FAQs Musikunterricht

Häufig gestellte Elternfragen zu meinem Instrumentalunterricht aus den Bereichen

  1. Anforderungen im Instrumentaltunterricht
  2. Organisatorisches
  3. Üben, Leistung
  4. Instrument, Equipment

 

1. Anforderungen im Instrumentalunterricht

Wann kann mein Kind mit dem Trompeten-/ Kornettspielen beginnen?

 

Es empfiehlt sich immer eine individuelle Abklärung. Nur in einem persönlichen Gespräch und einer Probestunde kann ich mir einen Eindruck von Ihrem Kind und seiner Eignung verschaffen. Gute Körperliche Voraussetzungen sind entscheidend. Hat ein Kind Haltungsschäden durch das Handling eines Instruments zu befürchten, rate ich von einem frühen Beginn ab. Ebenso wichtig sind eine gewisse Konzentrationsfähigkeit und weitere kognitive Fähigkeiten. Ebenfalls interessant ist die Motivation für das Trompete spielen, um den Unterricht auf die Bedürfnisse und Interessen ausrichten und anpassen zu können zu können.

In der Regel liegt ein guter Zeitpunkt um das Eintrittsalter in die Grundschule.

Die Zahnstellung ist ebenfalls ein Punkt, den wir im Auge behalten sollten. Ausgefallene Milchzähne oder Zahnlücken sind in der Regel kein Problem, jedoch aber eine feste Zahnspange. Verlässliche Informationen vom Trompete spielen mit fester Zahnspange erhalten Sie beim Trompetenlehrer, nicht beim Kieferorthopäden! Dieser kennt sich mit gut Zähnen aus, aber meistens nicht mit den möglichen Hindernissen ein Musikinstrument zu erlernen!

 

In einer individuellen Abklärung haben Sie zudem die Möglichkeit, mich und meine Unterrichtsphilosophie genauer kennenzulernen und für sich selbst zu entscheiden, ob das zu Ihren Vorstellungen und Ihrem Kind passen könnte. Diese Probestunde / individuelle Abklärung ist für Sie gratis.


 Ich bin nicht sicher, ob mein Kind musikalisch genug ist?

 

Auch wenn es Wissenschaftler oft versucht haben: Musikalität ist keine messbare Größe. Ich werde also nicht von "musikalisch" oder "unmusikalisch" sprechen. Das wäre viel zu allgemein formuliert. Ein Kind kann sehr sauber singen, hat aber ein weniger gutes Rhythmusgefühl, das nächste Kind arbeitet selbständig und ausdauernd, singt aber kaum einen schönen Ton. All diese Dinge lassen sich trainieren und im Instrumentalunterricht verbessern. Wichtig ist, dass Ihr Kind Freude am Musizieren hat oder bekommt und beginnt, die Welt der Musik für sich zu entdecken. Dieses ist mein erstes Anliegen. 


Mein Kind ist hochbegabt. Wie fördern Sie es?

 

Instrumentalunterricht (besonders der Einzelunterricht) ist sehr individuell auf den Schüler abgestimmt. Gemeinsam mit dem Schüler (bei jüngeren Kindern auch den Eltern) besprechen wir in regelmäßigen Abständen mögliche Ziele. Wenn Sie für Ihr Kind einen Weg zum Hochleistungsniveau anstreben, erfahren Sie meine Einschätzung über die Chancen und Möglichkeiten genau so, wie bei einem Kind, welches rein für sein ganz persönliches Glück daheim im "stillen Kämmerlein" musiziert. Generell ist es aber nicht nur die Instrumentallehrkraft, die ein hochbegabtes Kind fördern kann, sondern es ist ein "musikalisches Umfeld", welches diesen Kindern wichtige Impulse und Anreize gibt. Diese individuellen Möglichkeiten können wir am besten gemeinsam für Ihr Kind herausfinden.


Wir besitzen keine Trompete / Kornett. Wo kaufe ich das?

 

Siehe 4. Instrument / Equipment


2. ORGANISATORISCHES

Was ist besser: Einzel- oder Gruppenunterricht?

 

Über diese Frage zerbrechen sich Fachleute regelmäßig den Kopf. Gegner und Befürworter beider Seiten bringen sinnvolle und gut überlegte Argumente. Im Laufe meiner Tätigkeit als Instrumentallehrerin hat sich eine Kombination aus Einzel- und Kleingruppenunterricht in Verbindung mit einem weiteren "Musiktermin", bei welchem im Ensemble musiziert wird, als günstig erwiesen. Manchmal gibt es Schüler, die trotz unterschiedlichen Niveaus sehr gut als Kleingruppe harmonieren, voneinander profitieren und gemeinsam ein Stück ihres Weges gehen, dann wieder finden Kinder keinen "Draht" zueinander, die von Alter und Leistung sehr gut zusammen passen müssten. 

 

Im Laufe des Berufslebens bekommt man ein Gespür dafür, welche Konstellationen von Schülern gut zusammen passen, oder ob das Kind stärker vom Einzelunterricht profitiert. Generell ist Gruppenunterricht etwas preisgünstiger und die Schüler verbringen mehr Zeit beim Instrumentallehrer. Sie sollten aber nicht vergessen, dass der Instrumentallehrer in dieser Zeit mehreren Kindern gleichzeitig gerecht werden muss und im Einzelunterricht der Focus komplett auf ihrem Kind liegt. Das Gefühl im Mittelpunkt zu stehen, bekommt ebenfalls vielen Kindern sehr gut und sie entwickeln sich musikalisch rasch.

Ich stehe also mit den Eltern über die musikalische Entwicklung Ihres Kindes in einem regelmäßigem Austausch, um die jeweils optimalste Form des Unterrichts zu finden.


Wie finden wir einen Unterrichtstermin?

 

Der Unterrichtstermin wird jeweils in der unterrichtsfreien Einteilungswoche zu Beginn eines jeden Semesters festgelegt. Ich bemühe mich aber stets, den Unterrichtstermin mit Ihnen gemeinsam bereits vor den Sommerferien zu finden, damit wir bereits in der Einteilungswoche im August starten können. Sollte ich während des Schuljahres einmal einen freien Tag benötigen, kompensiere ich diesen mit der Einteilungswoche. 

Zum zweiten Semester ändert sich der Unterrichtstermin erfahrungsgemäß nur sehr selten. Auch hier melde ich mich rechtzeitig (Mitte Januar) und spreche die Möglichkeiten an. Auch in der Einteilungswoche im Februar unterrichte ich zugunsten einer unterrichtsfreien Woche bis zu den Sommerferien.

 

Diese Form der Kompensation der Einteilungswoche hat sich als sinnvoll erwiesen, denn ansonsten müsste ich in einer Woche in der ich keine Zeit habe den Unterricht verlegen. Dieses Verlegen ist immer sehr zeitaufwändig für alle und daher möchte ich es lieber vermeiden.


Was tun wenn mein Kind am Unterrichtstag krank ist oder eine Einladung zum Geburtstag eines Freundes hat?

 

Normalerweise (und laut den Geschäftsbedingungen der Musikschule) entfällt dann der Unterricht ersatzlos.

 

Geburtstagseinladungen, Schulausflüge...:

Ich bin aber stets bemüht, einen Ersatztermin zu finden, damit es nicht zu einem Unterrichtsausfall kommt. Bei im Voraus bekannten Terminen ist es oft möglich, mit einem anderen Schüler die Lektion zu tauschen. Auch andere Eltern und Schüler sind einmal froh, wenn sie ihren Termin unkompliziert tauschen können. Ich bitte Sie daher wenn irgend möglich um etwas Flexibilität, denn diese kommt Ihnen selbst unter Umständen auch einmal wieder zugute.

Krankheit:

Auch andere Kinder sind einmal krank, daher entstehen manchmal Lücken im Zeitplan. Wenn diese am Unterrichtstag absehbar sind, melde ich mich kurzfristig per Chat bei Ihnen und schlage vor, dass Ihr Kind früher kommen oder länger bleiben kann. So hoffe ich, dass jeder einmal in den Genuss von zusätzlicher Unterrichtszeit kommt und Sie die entfallene Lektion durch Krankheit Ihres Kindes verschmerzen können.


Bei welchen Erkrankungen kann mein Kind nicht in den Unterricht kommen?

 

Bei Fieber oder Kopfschmerzen sollte keinesfalls Trompete gespielt werden. Keine Ausnahme!

 

Viele Eltern schicken ihre Kinder trotz Husten und Schnupfen in den Instrumentalunterricht. Das ist prinzipiell in Ordnung, solange es sich nicht um etwas Ansteckendes handelt. Bedenken Sie aber bitte, dass Schnupfen oder Husten das Trompetespielen erschweren und es sich speziell bei Blasinstrumenten um für den Atemapparat sehr anstrengende Tätigkeiten handelt. Wenn Sie Ihr Kind also mit diesem Schnupfen oder Husten vom Schulsport abmelden würden, so sollte es auch nicht Trompete spielen. 

 

Ansteckende Krankheiten, Grippe, Infekte: Man kann sich in meinem Beruf nicht schöner anstecken, als wenn man eine Unterrichtslektion von erkrankten Kindern umgeben ist, die ihre Viren durch den Raum pusten. Davon haben selbst die nachfolgenden Schüler in der Regel noch etwas. Nehmen Sie in diesem Fall also bitte Rücksicht und vertrauen Sie im Gegenzug auf die Rücksichtnahme der anderen Eltern. So bleiben wir hoffentlich alle von  den lästigen Kleinigkeiten verschont. 

 

Nach allen ansteckenden Krankheiten sollte das Instrument Ihres Kindes gereinigt werden. Diesen Vorgang lernt Ihr Kind in meinen regelmäßig stattfindenden Trompeten-Putzkursen. 

 

Bei weiteren Erkrankungen oder wenn Sie sich nicht sicher sind, dürfen Sie mich gerne ansprechen.


Der Unterricht meines Kindes beginnt um 15.30 Uhr. Soll es schon eher da sein, damit es sein Instrument auspacken kann?

 

Laut Musikschul-Reglement sind in der Unterrichtslektion das Ein- und Auspacken, Begrüssung und Verabschiedung inbegriffen. Ich finde es aber sehr praktisch, wenn Ihr Kind fünf Minuten vor seiner Lektion kommt und leise sein Instrument auspackt, während der vorherige Schüler noch Unterricht hat. Ebenfalls findet das Einpacken des Instruments kurz nach Unterrichtsende statt. 

Dadurch entstehen zwar anfangs etwas unruhige Momente, aber die Schüler gewöhnen sich schon nach wenigen Wochen an ihre Nachfolge-Mitschüler. Am Ende haben auf diese Weise alle Schüler mehr vom Unterricht. Nicht nur mehr Zeit - die Schüler erleben auch ihre Mitschüler hautnah und werden oft durch diese kleinen Momente inspiriert und motiviert.

 

Gelegentlich werde ich mich bei Ihnen melden und darum fragen, ob es möglich ist, dass Ihr Kind etwas früher kommt oder länger bleibt. Dann entstehen kleine Gruppenunterrichts-Situationen oder es gibt besondere Projekte wie Kammermusik, Parallelunterricht, Partnerstunde oder ähnliches. Diese zusätzliche Unterrichtszeit ist für Sie gratis.


Der Unterricht hat schon mal einige Minuten zu früh aufgehört. Warum ist das so?

 

Natürlich kann ich eine 30-minütige Unterrichtsstunde mit exakt 30 Minuten Unterricht füllen. Aber da es sich beim Lernen und Musizieren immer um etwas sehr Individuelles, Spontanes und Situationsabhängiges handelt, ist es nicht immer auf die Minute genau möglich, die Unterrichtszeit abzuschätzen. Schüler die bereits längere Zeit meinen Unterricht besuchen haben festgestellt, dass meine Unterrichtsstunden immer eher einige Minuten länger dauern und sich im Laufe des Nachmittags oft eine kleine Verspätung einschleicht. Meine eigenen Pausen im Stundenplan entfallen dann oft, damit ich diese Zeit wieder aufhole" Wenn Sie diese Extra-Minuten zusammenzählen, kommen Sie im Laufe eines Jahres vermutlich auf eine Extralektion -  gratis! 

Wenn es pädagogisch und didaktisch sinnvoll ist, kann es aber ebenso einmal vorkommen, dass eine Unterrichtsstunde bereits nach 28,5 Minuten statt nach 30 Minuten beendet ist. Dieses sollte allerdings nicht zur Regel werden und ich bitte Sie, mir dieses mitzuteilen, falls Sie das Gefühl haben, ich würde den Unterricht Ihres Kindes versehentlich regelmäßig abkürzen. Dieses ist sicher keine böse Absicht von mir, denn ich unterrichte in meinen Stunden mehr nach einem inneren Plan. Ständiges auf die Uhr schauen lenkt nicht nur mich ab, sondern schafft auch für den Lernenden eine innere Unruhe, die ich möglichst vermeiden möchte.


3. ÜBEN, LEISTUNG

Wieviel Zeit muss mein Kind täglich üben?

 

Die "Übezeit" ist sehr individuell und die Aussage "muss üben" gefällt mir überhaupt nicht. Für mich schließen sich "Lernen" und "müssen" aus. Daher verabrede ich mit Ihrem Kind im Unterricht eine Zeit, die es pro Tag mit seinem Instrument verbringt. So kommt es zu dem in meinen Augen viel wertvolleren Entdecken des Instruments und der Musik. 

Die Entdecker-Zeit teile ich Ihnen gerne mit, denn falls erforderlich, sind wir über die Unterrichtsinhalte ohnehin regelmäßig in Kontakt. Manche Schüler und Eltern schätzen es, wenn sie die Hausaufgaben per WhatsApp bekommen, andere sind mit einem Hausaufgabenheft glücklicher. All dies wird sich in unser gemeinsamen Unterrichtszeit entwickeln und herausstellen.

 

Generell bin ich bei jüngeren Kindern froh, wenn die Eltern sie daran erinnern, noch Zeit mit ihrem Instrument zu verbringen.

Manchen Kindern hilft es, wenn Sie wissen, dass Sie als Anfänger täglich 10 Minuten mit ihrer Trompete verbringen, andere brauchen keine feste  Zeit, sondern nur eine Erinnerung daran, dass sie sich noch mit ihrem Instrument beschäftigen sollten.  Wieder andere möchten von mir einen festen Plan, was genau sie üben sollen.

Im Laufe der gemeinsamen Unterrichtszeit wird sich die Trompetenzeit stetig weiterentwickeln und wandeln. Es wird immer mal wieder einen Moment geben, in dem sich Ihr Kind nicht mit seinem Instrument beschäftigen möchte, weil es gerade andere wichtige Dinge für sich entdeckt. Daher spreche ich mit den Schüler immer über den "Bonustag", also den musikinstrumentfreien Tag, den sie selbst bestimmen dürfen. 

 

Wenn es stressige Phasen in Ihrem Alltag gibt, kann es vorkommen, dass Kinder einige Wochen lang gar keine Zeit mit ihrem Instrument verbringen möchten. Dann sind von der Erwachsenen-Seite (also Sie als Eltern und ich als Lehrer) etwas Geduld, Verständnis und Augenmaß gefordert. Aber natürlich auch Hilfestellung, gelegentlich ein wenig Druck oder der Versuch, beispielsweise durch Konzertbesuche oder das Stöbern im Internet nach Musikvideos die Motivation wiederzufinden.

 

Es ist mir wichtig, dass Kinder es lernen, in sich hinein zu spüren, wann am Tag die richtige Zeit zum Musizieren ist. Aber oft sind Kinder einen durch die Schule und Freizeitgestaltung organisierten Ablauf gewöhnt, so dass Ihnen das "in-sich-hineinspüren" schwerfällt. Über Ihr Feedback als Eltern zum Überverhalten bin ich also sehr dankbar, denn diese Hinweise ergänzen die Reise mit Ihrem Kind in die Welt der Musik oft sinnvoll.  

 

Die Top-10-Übetipps und  die Hitliste der Motivationshilfen erfahren Sie bei mir auf Anfrage!


Muss in den Ferien geübt werden?

 

Ferien sind Ferien. Da überlasse ich den Kindern, ob sie üben möchten. Ich finde es sinnvoll, wenn Kinder in den Ferien komplett aus dem Alltagstrott herauskommen und es kein festgelegtes Lernprogramm gibt. Ich würde Sie also bitten, Ihr Kind nicht ans Üben zu erinnern. Meistens nehmen die Kinder nach einigen Tagen ihr Instrument von selbst wieder in die Hand und spielen Dinge, die sie gerne mögen. Hier kommt es oft zu den unter Musikpädagogen so beliebten und wertvollen Situationen des sogenannten "wilden Lernens".

Zum Ferienende hin empfiehlt es sich, das Instrument zu reinigen und die Ventile zu ölen, damit wir in der ersten Stunde gleich loslegen können, ohne dass ich zeitaufwendig kleine Reparaturen durchführe, die Ihr Kind auch sehr gut selbstständig und daheim erledigen kann (z.B. Ventile ölen, Stimmzüge fetten). Wenn Ihr Kind drei oder vier Tage vor Ende der Ferien wieder mit dem regelmäßigen Spielen auf dem Instrument beginnt, ist es ansatztechnisch gesehen in der ersten Stunde nach den Ferien wieder "fit" und hat mehr von der Lektion. 


Führen Sie ein Aufgabenheft?

 

Inhalte unseres Unterrichts notiere ich in den meisten Fällen in einem kleinen Journal oder einer Aufgabenseite in ihrem ganz persönlichen Lern-Portfolio. Hierin finden sich Vorschläge an Ihr Kind, womit es sich daheim beschäftigen kann. Die Kinder wissen aber auch ohne diese Notizen sehr genau, was sie voran bringt und welches Musizieren einfach ihrem ganz persönlichen Glück dient. 

 

Meine Hausaufgaben sind kein Übebefehl, sondern lediglich ein Vorschlag an Ihr Kind. Musizieren ist eine freiwillige Sache und ich sehe mich als Lehrer in der Form eines Lern- oder Musizierbegleiters, nicht in der  Rolle des Befehlsgebers. Da wir in einer stark leistungsorientierten Gesellschaft  leben, bin ich der Meinung, dass Musizieren hier einen perfekten Ausgleich für Groß und Klein schaffen kann, sich nicht ziellos aber ohne allzu großen Druck selbst zu etwas motivieren. Diese Art des häuslichen Musizierens klappt bei den meisten Kindern sehr gut und sie spielen ihr Instrument in den meisten Fällen entspannter, ihre Musik klingt ehrlicher, freier und stärker "aus dem Bauch heraus" als wenn ich eine Hausaufgabe gebe, diese daheim erledigt wird und mir dann in der nächsten Unterrichtsstunde vorgespielt wird. Was es gerade bei einem Blasinstrument zu vermeiden gilt, ist zu starke psychische Anspannung, die beispielsweise aus großen Leistungsdruck resultiert. Diese Anspannung schlägt sich auf die Körperhaltung und Atmung und wirkt sich somit letztlich auch auf den Klang und das Trompetenspiel an sich aus.

 

Trotz (oder gerade wegen) dieser großen Freiheiten kommen die Schüler aber sehr gut voran und in Gesprächen erfahre ich immer wieder, wie sehr sie diese dem Schulalltag oft konträre Arbeitsauffassung genießen und davon profitieren.


Mein Kind ist unmotiviert! Wie kann ich es motivieren sich mehr mit seinem Instrument zu beschäftigen?

 

Es gibt zwei Arten von Motivation: die intrinsische und die extrinsische Motivation. 

 

Die INTRINSISCHE MOTIVATION ist der Antrieb, den man spürt, wenn man etwas aus tiefstem Inneren unbedingt tun möchte.

Die EXTRINSISCHE MOTIVATION ist der Ansporn, den anderen Menschen an jemanden richten, um ihn zum Tun einer bestimmten Aufgabe zu ermutigen.

 

Ein kleines Beispiel: Tom (9) möchte durch einen tiefen See schwimmen, obwohl er kein guter Schwimmer ist. Sein Vater begleitet ihn, damit er ihn im Notfall retten kann. Er äußert aber von Beginn an seine Zweifel an Toms Unternehmung, doch Tom beharrt darauf es auszuprobieren. Er ist hochmotiviert, intrinsisch motiviert. Sehr wahrscheinlich wird er zwar mit Anstrengung, aber letztlich problemlos am anderen Ufer ankommen.

 

Florians Vater möchte, dass auch Florian (9) besser schwimmen lernt. Er macht Florian auf Toms Leistung aufmerksam und weist darauf hin, welch tolle Erfahrung es sein kann, wenn man so etwas geschafft hat. Florian lässt sich dadurch motivieren, extrinsisch motivieren (also von außen, durch seinen Vater). Schon nach kurzer Zeit des Schwimmens bemerkt Florian, dass es anstrengend ist. Sein Vater ködert ihn mit den Worten: "Wenn du es bis drüben schaffst, bekommst du ein großes Eis!"

Florian schwimmt weiter. Er denkt: "Wenn ich es nicht schaffe, bekomme ich dann kein Eis?" Ihm tun die Arme und Beine weh. Das andere Ufer ist noch weit entfernt. "Tom wird mich vielleicht auslachen, wenn ich es nicht schaffe! Mein Vater wird enttäuscht sein." 

Florians Vater spürt dass sein Sohn mit der Aufgabe kämpft. Er ermuntert ihn weiter mit: "Komm schon! Wir haben doch schon mehr als die Hälfte hinter uns!"

Am Ende wird auch Florian am anderen Ufer ankommen. Extrinsisch motiviert durch seinen Vater und die Gedanken an ein mögliches Versagen. Aber er wird am anderen Ufer sicher nicht so euphorisch sein wie Tom. Er wird erleichtert sein es geschafft zu haben und glücklich, den Wünschen anderer an ihn gerecht geworden zu sein. 

 

Dieses kleine Beispiel soll Ihnen verdeutlichen, dass Sie natürlich Ihr Kind anspornen können (extrinsisch motivieren), aber dass es viel leichter und glücklicher lernen wird, wenn es sich selbst ein Ziel gesteckt hat. Kleine Ziele gilt es im Instrumentalunterricht zu finden. Ich biete meinen Schülern einen vielfältigen Einblick in die Welt der Musik. Sie dürfen herausfinden wie man Vorbilder findet, denen man nacheifern kann. Sie entdecken schöne Musik, die sie unbedingt selbst spielen möchten und sie erleben das wunderbare Gefühl des Abschaltens und Entspannens durch das Musizieren.

Natürlich hat nicht jedes Kind jede Woche ein Ziel entdeckt, dessen Wertigkeit so hoch ist, dass es intrinsisch motiviert genau die Zeit übt, die Sie sich wünschen. Aber Ihr Kind hat im Instrumentalunterricht die wichtige Erkenntnis gewonnen, sich selbst etwas zu suchen was es wert es, sich damit auch ohne großes Zutun von außen (Lehrkraft, Eltern) zu beschäftigen und zu arbeiten. Diese Erkenntnisse kommen in unser leistungsorientierten und permanent alles dokumentierenden und messenden Welt heute oft zu kurz und sind daher sehr wertvoll für jedes Kind.

 

Außerdem würde ich Sie bitten darüber nachzudenken, ob Ihr Kind nicht von außen (Eltern, Lehrkräfte, Geschwister, Freunde) "übermotiviert", also häufig  und sehr intensiv motiviert wird. Extrinsische Motivation kann wie eine Droge sein: Ohne geht es nicht mehr. Der eigene Antrieb geht verloren. Sehr schade! Denn so wird Ihr Kind nicht entdecken können, welche Kreativität eigentlich in ihm steckt. 

 

Natürlich kann ich Ihrem Kind eine ganze Reihe an extrinsischen Motivationshilfen bieten. Aber nun verstehen Sie vielleicht besser, warum ich damit etwas zurückhaltend bin und zu allererst versuche, dem Schüler die Chance zu geben, in sich hinein zu spüren und seine eigenen Ziele zu finden. 

Letztlich ist dieses auch für Sie der kostengünstigste Weg. Denn einmal das Glück der intrinsischen Motivation entdeckt, benutzt der Schüler die Lehrkraft, um zum Ziel zu kommen. Irgendwann wird er sein Instrument so gut beherrschen, dass er seine Lehrkraft nicht mehr braucht. Einen extrinsischen "Motivator" , also jemand der ihm Ziele aufzeigt und ihn dorthin zieht, wird Ihr Kind ein Leben lang brauchen und möglicherweise ohne diesen "Motivator" sein Instrument "an den Nagel hängen". 


4. Instrument, Equipment

Wo kaufe ich ein gutes Instrument?

 

Zunächst einmal gilt es zu klären, welches Instrument genau Ihr Kind benötigt. Ein Anfänger braucht etwas anderes als ein fortgeschrittener Schüler. Jemand der gerne Jazz spielt ist mit einem wieder anderen Instrument besser beraten, als mit einer Trompete die einen sehr sinfonischen Klang hat. Dann sollte man vor dem Kauf noch klären, welches Budget zur Verfügung steht und ob man ein Instrument aus europäischer oder "regionaler" Fertigung vorzieht, oder ob es auch eine Trompete sein darf, die eine halbe Weltreise schon hinter sich hat. Zudem gibt es eine Fülle von Gebrauchtinstrumenten.

 

Ein Instrumentenkauf ist also etwas, wo sich selbst ein Profi zunächst einige Fragen stellen muss und danach aus einigen in Frage kommenden Instrumenten das Beste auswählt, indem er sie anspielt. 

 

Meine ganz persönliche Erfahrung zeigt, dass Online-Ersteigerungs-Plattformen oder Internet-Großhändler für einen Instrumentenkauf  eher weniger geeignet oder sehr zeit- und kostenaufwendig sind, weil man möglicherweise ein Instrument wieder zurückschicken muss und gar nicht wirklich die Auswahl hat, die man sich daheim am Computerbildschirm versprochen hat. Vielleicht kann der Instrumentenmacher der Region nicht unbedingt den größten Rabatt für ein Instrument bieten, aber falls Sie einmal ein Problem mit Ihrer Trompete haben sollten, kennt er Sie schon und bietet all die Vorteile, die ein gut erreichbares Geschäft in der Nähe von einem Online-Portal oder einem weit entfernten Internet-Händler nun einmal hat. 

 

Meine Bitte an Sie, liebe Eltern: Sollten Sie den Kauf einer Trompete in Erwägung ziehen, sprechen Sie mich bitte rechtzeitig an (nicht erst zwei Wochen vor Weihnachten...!) und wir finden das geeignetste Instrument für Ihr Kind zu einem fairen Preis. Für diese Leistung erwarte ich keine Bezahlung. Diesen Service sehe ich als meine Pflicht im guten Instrumentalunterricht an. Und letztlich ist es nicht ganz uneigennützig, denn ich muss ich Zweifel die nächsten Jahre Ihr Kind auf einem ungeeigneten Instrument musizieren hören! 


Was kostet eine gute Schülertrompete?

 

Im Normalfall sind Sie mit 600-900 Euro dabei, es sei denn, wir finden ein wirkliches Schnäppchen (z.B. eine gebrauchte Anfängertrompete eines Schülers, der sich ein Profiinstrument kauft). Es gilt: umso mehr Zeit wir uns für den Kauf lassen, desto größer die Wahrscheinlichkeit ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis zu erzielen. 


Ich möchte meinem Kind etwas schenken, das es für sein Hobby, das Trompetespielen gebrauchen kann. Haben Sie eine Idee?

 

Von Gig-Bag (Instrumentenrucksack) über Dämpfer bis hin zu einem neuen Mundstück oder einer CD ist für jedes Budget etwas dabei. Sprechen Sie mich bitte rechtzeitig an und ich empfehle Ihnen etwas, über das sich Ihr Kind garantiert freuen wird!


Sollten Sie weitere Fragen zum Instrumentalunterricht Ihres Kindes haben, dürfen Sie mich gerne ansprechen!

 

Kristin Thielemann